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Zahlen zum Mineralölmarkt 2016

Jahreswirtschaftsbericht des MWV

von Jürgen Doetsch sen. 10 / 2017

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) hat wie in jedem Jahr den Jahreswirtschaftsbericht für unsere Branche vorgelegt. Nachstehend die wichtigsten Zahlen aus diesem Bericht. Die Mitglieder MWV sind die internationalen Konzerne. Namentlich sind dies:

BP, Shell, Orlen, ENI, Total, Esso, JET/Philipps 66, OMV, Rosneft sowie die Raffineriebetreiber Gunvor und Klesch.

Zu den Inlandsablieferungen stellte der MWV folgende Entwicklungen fest: Der Heizölabsatz sank von 16,1 Millionen Tonnen auf 15,8 Millionen Tonnen. Dies entsprach einem Rückgang von 0,3 Millionen Tonnen (minus 1,9 Prozent). Die Heizölnachfrage ist dank des erneuten mehr oder minder milden Winters auf einem niedrigen Niveau geblieben. Die günstigen Preise führten zu keiner höheren Bevorratung bei den Verbrauchern als im Vorjahr. Jede vierte Heizung in Deutschland ist eine Ölheizung. Die meisten Ölheizungen stehen in Ein- bzw. Mehrfamilienhäusern und im ländlichen Raum. 20 Millionen Ölheizungen werden zurzeit von 2.000 Mineralölhändlern in Deutschland versorgt.

Die im März von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle veröffentlichten Konsumzahlen für Diesel wurden vom MWV nach unten korrigiert. Die Bundesanstalt hatte im März 2016 einen Dieselabsatz von 38,4 Millionen Tonnen veröffentlicht. Laut MWV waren es tatsächlich 37,9 Millionen Tonnen. Der Dieselkonsum nahm folglich um 3,1 Prozent zu, sodass die im März veröffentlichte Zahl in Höhe von 4,5 Prozent nach unten korrigiert wurde. Insgesamt wurden 2016 37,9 Millionen Tonnen Diesel in der BRD verbraucht. Im Vorjahr betrug der Absatz 36,750 Millionen Tonnen. 2,2 Millionen Tonnen Biodiesel (5,8 Prozent) wurden dem Mineralöldiesel beigemischt. Der Dieselabsatz ist in den Jahren 2013 bis 2016 um 9 Prozent, das heißt jährlich um 3 Prozent gewachsen. 48 Prozent dieser Mengen werden über Straßen- und Autobahntankstellen abgesetzt und 52 Prozent über sogenannte Hoftankstellen bzw. Selbstverbraucheranlagen. 91 Prozent des Dieselabsatzes gingen in den Straßenverkehr und 4 Prozent in die Landwirtschaft. Schiene und Schifffahrt kommen auf einen Anteil von 1,6 Prozent. Der Rest entfällt auf stationäre gewerbliche Dieselaggregate.

Bei dem Ottokraftstoff betrug der Konsum 18,25 Millionen Tonnen und war folglich 0,3 Prozent höher als im Vorjahr. 1,18 Millionen Tonnen Ethanol wurden dem Ottokraftstoff beigemischt und dies ergab eine Beimischungsquote von 6,5 Prozent. Seit 2013 ist der Ottokraftstoffkonsum um 1 Prozent gesunken. Die stabile Ottokraftstoffnachfrage ist im Wesentlichen dem nachlassenden Grenztourismus und der weiterhin steigenden Fahrzeugdichte geschuldet.

In Deutschland wurden 106,2 Millionen Tonnen Mineralölprodukte in den Raffinerien erzeugt. Die Raffinerien kamen auf eine Auslastungsquote von 92,3 Prozent (Vorjahr 90,3 Prozent).

Der größte Raffineriebetreiber in Deutschland ist nach wie vor die Shell (30 Millionen Tonnen Jahresproduktion), gefolgt von BP (18,5 Millionen Tonnen) und Rosneft (12,2 Millionen Tonnen) bzw. Total (12 Millionen Tonnen). Die internationalen Mineralölkonzerne konzentrieren sich auf wenige hochwertige Raffineriestandorte. Die kleineren Raffinerien werden von kleineren Mineralölgesellschaften bzw. weltweit tätigen Mineralölhändlern, die mittlerweile auch ins Raffineriegeschäft eingestiegen sind, betrieben.

Die wichtigsten Rohöllieferanten für die deutschen Raffinerien waren in 2016 folgende Länder:

Russland 36,0 Millionen Tonnen
Kasachstan 8,3 Millionen Tonnen
Großbritannien 9,2 Millionen Tonnen
Norwegen 11,1 Millionen Tonnen

22,8 Millionen Fertigprodukte wurden von den deutschen Raffinerien exportiert und 38,7 Millionen Fertigprodukte wurden eingeführt, sodass saldiert noch 15,9 Millionen Tonnen aus den Nachbarländern eingeführt werden mussten, um den Inlandsbedarf zu decken.

Die Tankstellenzahl ist von 14.531 Tankstellen auf 14.510 Tankstellen in 2016 gesunken.

Dem deutschen Fiskus flossen 2016 40,1 Milliarden Euro an Mineralölsteuer zu. Die Kfz-Steuer betrug 8,95 Milliarden. Das heißt insgesamt leistete der Autofahrer 49 Milliarden an steuerlichen Abgaben an den deutschen Staat. Dies entspricht in etwa auch dem Durchschnitt, den der deutsche Staat in den vergangenen 10 Jahren aus Kfz- und Mineralölsteuer jährlich eingenommen hat.

Die Endverbraucherpreise waren in 2016 äußerst attraktiv. Der bundesweite Durchschnittspreis betrug laut MWV für Superbenzin E5 129,6 Euro (Vorjahr 139,4 Euro) und für Diesel 107,2 Euro (Vorjahr 117,1 Euro). 2014 lag der Durchschnittspreis für Superbenzin E5 noch bei 152,8 Euro bzw. für Diesel bei 135,0 Euro. Diese Zahlen zeigen auch, wie viel der Verbraucher in den vergangenen zwei, als auch im laufenden Jahr 2017, von den niedrigen Rohölpreisen bei der Kaufkraft profitierte. Dies drückt sich auch in der niedrigen Inflationsrate aus. Die 3.000-Liter Partie Heizöl kostete laut MWV 2016 im Jahresmittel 48,8 Cent (Vorjahr 58,8 Cent) und lag 2014 noch bei 46,4 Cent.

Trotz des gesunkenen Rohölpreises betrugen die wirtschaftlich und technisch förderbaren Weltölreserven per Ende 2015 203.004 Millionen Tonnen. Von einem Ende des Ölzeitalters aufgrund der Erschöpfung der Weltrohölreserven spricht zurzeit niemand mehr. Im Gegenteil, die relativ günstigen Erdölpreise der letzten 3 Jahre zeigten dass die Welt mehr Öl fördert als sie verbraucht. Kritisch gilt es die Raffineriekapazitäten im Auge zu behalten. Diese sind in den letzten Jahren nicht so stark gewachsen wie der Verbrauch, sodass es bei den Raffineriekapazitäten, wenn hier in den nächsten Jahren kein weiterer starker Neubau in Asien stattfindet, bei der Raffinerieproduktion zu einem Engpass kommen kann, wie wir es schon einmal vor 10 Jahren erlebten.

Bei den weltweiten Absatzmärkten bleibt die USA mit 841,7 Millionen Tonnen der größte Ölverbraucher der Welt, gefolgt von der europäischen Union mit 549,5 Millionen Tonnen und China mit 535,6 Millionen Tonnen. Innerhalb Europas ist Deutschland mit 102 Millionen Tonnen Mineralölprodukten der größte Markt vor Frankreich mit 76,7 Millionen Tonnen, Großbritannien 68,1 Millionen Tonnen, Italien mit 56,9 Millionen Tonnen und Spanien mit 51,5 Millionen Tonnen.

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