Elektrobusse sind im Winter umweltschädlich

Wenn die Abwärme fehlt – wer heizt den Bus im Inneren?

Elektrobusse sind im Winter nicht umweltfreundlich. Zu diesem Ergebnis kommt die „Welt“ in einem Artikel, der im Dezember erschien. Laut „Welt“ werden die Elektrobusse im Winter zu sogenannten Mogelpackungen. Sie erreichen wohl zwar eine Reichweite von 200 Kilometern mit einer Batterieladung, allerdings nur unter perfekten Bedingungen, wenn keine Energie für die Heizung benötigt wird. Damit es die Fahrgäste trotzdem angenehm warm haben, sind die meisten Elektrobusse mit zusätzlichen Dieselmotoren als Heizung ausgestattet. Diese Heizungen verursachen weiterhin entsprechende Abgase und sind nicht den strengen Vorschriften unterworfen, wie sie für Antriebsmotoren gelten.

„Das Heizungskonzept ist im Elektrofahrzeug generell ein Problem, weil Elektromotoren im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren kaum Abwärme produzieren“, so Martin Schmitz, Geschäftsführer beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. „Elektrofahrzeuge benötigen für das Heizen oder Klimatisieren des Innenraums Zusatzenergie. Die meisten setzen dafür heute noch auf Dieselaggregate“, so der Verband.

Das Problem ist, dass die Reichweite der Busse stark sinkt, wenn man die Energie aus den Akkus nutzt, um Wärme zu erzeugen. Konkret heißt dies, dass die Reichweite bei Außentemperaturen von minus 5 Grad um 75 Kilometer sinkt und dann bleiben statt der versprochenen 200 Kilometer des Herstellers nur noch 125 Kilometer an Reichweite übrig, so die „Welt“. Dies hätte zur Konsequenz, dass der Bus tagsüber zum Nachladen abgestellt werden müsste. Es gibt mittlerweile auch einzelne Modelle, die größere Akkus haben und trotz Kälte die nötige Strecke von rund 200 Kilometern schaffen.

Doch das Teuerste am Elektrobus ist die Batterie und die Kosten für solche vollelektrischen Busse sind entsprechend höher. Hierzu stellt der Verband Folgendes fest: „Bei der Anschaffung von Elektrobussen stellt sich die Frage, ob man Fahrzeuge mit teuren, schweren Batterien kauft, deren Kapazität auch für das Heizen reicht oder ob man Kosten reduziert und eine thermische Heizung zum Temperieren akzeptiert.“ Vor diesem Hintergrund wird auch von den Verbänden und innerhalb der Industrie diskutiert, wie viel Grad Innenraumtemperatur man überhaupt braucht, damit der Passagier sich im Bus noch wohlfühlt.

Für die Zukunft hoffen die Verkehrsbetriebe auf die nächste Generation von Elektrobussen, die dann mit Wärmepumpen ausgestattet sein könnten. Diese Technologie sorgt dafür, dass die eingesetzte Energie deutlich effizienter in Wärme umgewandelt wird, als wenn man das Innere direkt mit Strom heizen würde. So könnte man künftig auf zusätzliche Dieselheizungen verzichten. Allerdings gibt es das Problem, dass diese Wärmepumpen nur zwischen 0 und 30 Grad Celsius effizient arbeiten. Außerhalb dieses Bereichs steigt der Energieverbrauch stark an, so der Verkehrsunternehmensverband. Weiter heißt es: „Muss man heizen, sinkt die Reichweite von Elektrobussen heute um 30 bis 50 Prozent, durch den Einsatz von Wärmepumpen reduziert sich die Reichweite nur noch um etwa 20 bis 40 Prozent.“
Bisher sind namhafte Anbieter wie MAN und Daimler im Bereich der Elektrobusse noch nicht tätig, da man die Entwicklung erst einmal abwarten will. Die Bundesregierung unterstützt zurzeit durch entsprechende Zuschüsse an die Kommunen Sofortmaßnahmen, um Busse, die bisher mit Dieselmotoren betrieben wurden, auf Elektromobilität umzustellen. Ob hiermit tatsächlich eine Verbesserung der Luftqualität erreicht wird ist zu bezweifeln, wie die vorstehenden Aussagen des Verbandes der Verkehrsunternehmen zeigen.

Von | 2018-02-02T14:29:12+00:00 2. Februar 2018|Kategorien: Kundenmagazin, Kraftstoffe, Märkte|