BYD kommt mit der E-Luxusmarke Denza nach Deutschland

Im Monat März sind 8,9 Prozent der Autofahrer von Verbrennungsmotoren auf reine batterieelektrische Fahrzeuge umgestiegen. Diese positiven Daten werden begründet mit dem E-Auto-Bonus bis 6.000 Euro für Kauf oder Leasing eines rein batterieelektrischen Autos, der seit Jahresbeginn gilt und seit dem 19. Mai beantragt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt die HUK-Versicherung in ihrem E-Barometer für das erste Quartal 2026. Bis Ende 2025 hatte gerade das E-Barometer immer wieder konstatiert, wie gering eigentlich das Interesse der privaten Autokäufer für den reinen batterieelektrischen Antrieb war, so die FAZ.

Gerade von den jüngeren Autofahrern im Alter von weniger als 40 Jahren wurde in der Vergangenheit berichtet, dass sie Interesse am Wechsel hätten, aber keine Autos zu geeigneten, günstigen Preisen fänden. Laut dem HUK-E-Barometer sind gerade in diesem Bereich die stärksten Zuwächse zu verzeichnen. Auch in der Gruppe der Autofahrer, die weder Garage noch Carport haben, ist das Interesse am Wechsel zu E-Autos im ersten Quartal 2026 deutlich gestiegen.

Der größte Anteil der E-Autos entfällt nach wie vor auf gewerbliche Nutzer. Diese machen 65 Prozent aller Neuzulassungen im E-Fahrzeugbereich aus. Bei den gewerblichen Nutzern kommt hinzu, dass die Förderung des Dienstwagens mit rein elektrischem Antrieb auch steuerlich nochmals stark begünstigt wird. Bei Dienstwagenfahrern wird der geldwerte Vorteil für die private Nutzung bei Elektroantrieben nur zu einem Viertel angerechnet. Bei einem Auto mit einem Listenpreis von 50.000 Euro und einem Verbrennerantrieb muss ein Arbeitnehmer mit 22 Kilometern Arbeitsweg jährlich rund 20 Prozent des Autowertes versteuern. Dies wären im vorgenannten Fall jährlich 10.000 Euro. Für den Fahrer eines rein elektrischen Autos werden dagegen nur 2.500 Euro als geldwerter Vorteil angerechnet, so die FAZ. Auch die derzeitigen E-Auto-Besitzer gaben in der HUK-Befragung zu 53 Prozent an, dass sie nun wahrscheinlich früher als geplant ein neues Elektroauto anschaffen.

Mit der neuen Förderung wollte die Bundesregierung den E-Automarkt wieder anwerfen und die kriselnde deutsche Autoindustrie unterstützen. Allerdings berichtete die WirtschaftsWoche, dass auch bei chinesischen E-Autoherstellern ein rasanter Anstieg beim Absatz in Deutschland stattfinden würde. Zu berücksichtigen ist dabei, dass auch deutsche Konzerne Fahrzeuge in China produzieren, die in Europa angeboten werden.

Die Bundesregierung kann allerdings auch aus rechtlichen Gründen nicht bestimmte Marken im Rahmen der Förderung für Elektroautos ausschließen, da dies nicht den Regeln der Welthandelsorganisation und dem EU-Handelsrecht entspräche, so das Umweltministerium gegenüber dem Handelsblatt. Laut dem VDA sind die Marktanteile chinesischer Kfz-Hersteller im Elektroautomarkt bislang noch vergleichsweise gering: In Deutschland liegt ihr Anteil bei sieben Prozent, auf dem europäischen E-Auto-Markt bei 16 Prozent. Da sich die Chinesen mit ihren Fahrzeugen im unteren Preissegment bewegen und die neue Förderung von Elektroautos je nach Einkommen, Familiengröße und Fördermitteln bis zu 6.000 Euro einbringt, profitieren die chinesischen Hersteller entsprechend stark von der Förderung in Deutschland.

Doch auch das Luxussegment haben die Chinesen im Blick. BYD, der größte chinesische Hersteller, hat eine Luxustochter mit dem Namen Denza gegründet, wie das Handelsblatt berichtete. Seit Juni 2026 verkauft Denza die ersten Modelle seines elektrischen Spitzenmodells Z9 GT in Europa.

„Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, im Jahr 2026 auf einen Absatz im vierstelligen Bereich zu kommen und 2027 wollen wir in Deutschland an die viertausend Autos kommen“, sagte BYD-Deutschland-Chef Lars Bialkowski dem Handelsblatt bei einer Veranstaltung in Köln. Denza will sich bei den Elektromodellen insbesondere technisch abheben. Die Autos sollen alle mit der neuen Batterie „Blade 2.0“ der Muttergesellschaft BYD ausgestattet werden, die den Kunden eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern verspricht. Es sollen weitere Modelle folgen, wie ein Minivan, ein Sportwagen und ein SUV.

BYD plant, bis Ende 2027 europaweit 3.000 Flash-Charger beziehungsweise Schnellladestationen zu installieren, darunter 300 in Deutschland. An diesen Stationen sollen Fahrzeuge in weniger als neun Minuten vollständig aufgeladen werden können; bereits nach fünf Minuten sollen rund 70 Prozent der Batteriekapazität verfügbar sein. Mit seiner Premiummarke Denza zielt BYD insbesondere auf Unternehmenskunden und möchte sich als bedeutender Anbieter im Flottengeschäft etablieren. Die neuen Modelle, allen voran der Z9 GT mit einem Preis von über 100.000 Euro, versprechen attraktive Margen und treten gegen Fahrzeuge wie den elektrischen GT4 von Mercedes, den Porsche Taycan und den Audi RS e-tron GT an. Produziert wird das Fahrzeug in China, wobei die von der Europäischen Union erhobenen Strafzölle die Profitabilität etwas schmälern werden.

Im Jahr 2025 verzeichnete BYD europaweit mehr als 245.000 Neuzulassungen, davon rund 23.000 in Deutschland. Für das laufende Jahr hat sich das Unternehmen auf dem deutschen Markt ein Ziel von 50.000 Neuzulassungen gesetzt. Wie das Handelsblatt berichtete, haben chinesische Autoproduzenten in den ersten fünf Monaten vier Millionen Pkw aus China exportiert. Das Handelsblatt rechnet damit, dass China im Jahr 2026 zehn Millionen Pkw weltweit absetzen wird. Zum Vergleich: In der EU wurden 2025 knapp elf Millionen Pkw zugelassen.

Der chinesische Automarkt steht stark unter Druck. In den ersten Monaten des Jahres 2026 sanken die Marktanteile reiner E-Autos und der Hybridfahrzeuge in China, weil zum Jahreswechsel staatliche Förderprogramme und Kaufanreize für Elektrofahrzeuge gekürzt wurden. In der Folge verringerten sich die Neuzulassungen bei den E-Fahrzeugen von Januar bis April um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Verbrennermarkt ging die Nachfrage im gleichen Zeitraum sogar um 40 Prozent zurück. Aktuell geht der chinesische Autoverband CPCA davon aus, dass im Jahr 2026 zehn Prozent weniger Autos abgesetzt werden als 2025. Im Jahr 2025 wurden in China 24 Millionen Neuwagen zugelassen, sodass der Markt im Jahr 2026 um 2,4 Millionen Einheiten einbrechen könnte. In der Folge setzen die chinesischen Hersteller noch stärker auf den Export, da die Kapazitäten in den chinesischen Werken bei mehr als 30 Millionen PKW Einheiten liegen.

China konzentriert sich weiterhin auf die E-Mobilität. Im April 2026 wurden erstmalig mehr Elektroautos als Verbrenner zugelassen. 580.000 Neuzulassungen bei Elektroautos standen 560.000 Neuzulassungen bei den Verbrennern entgegen. Die hohen Tankpreise führten auch bei den Konsumenten in China zu einem Umdenken. Seit Beginn des Iran-Krieges stiegen die Dieselpreise in China trotz staatlicher Eingriffe um umgerechnet 195 Euro je Tonne (17 Cent je Liter). Benzin verteuerte sich um mehr als 200 Euro je Tonne (16 Cent je Liter), wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. China hat nie ein fixes Datum für das Verbrenner-Aus beschlossen. Die Staatsführung setzt auf Quoten und wirtschaftliche Anreize. Bis 2035 sollen Elektroautos die dominierende Antriebsform werden und öffentliche Flotten vollständig elektrifiziert sein. Das Ziel Chinas gilt weniger dem CO₂-Ausstoß, da hier auch weiterhin massiv auf Kohle zur Energieerzeugung gesetzt wird. Die Chinesen möchten vielmehr eine geringere Abhängigkeit vom Öl, das sie zu großen Teilen aus Russland und Saudi-Arabien beziehen – und sich somit weniger abhängig von anderen Staatsherren machen.

Auch die kürzlich von BMW ausgesprochene Gewinnwarnung für das Jahr 2026 zeigt, wie stark das China-Geschäft in die Bilanzen der deutschen Autohersteller hineinwirkt. In den ersten fünf Monaten des Jahres sind die Autoverkäufe in China für BMW um rund 20 Prozent eingebrochen, obwohl hier nach wie vor der wichtigste Einzelmarkt von BMW ist. Aus diesem Grund rechnet BMW mit einem Rückgang bei der Fahrzeugherstellung und damit auch mit einem niedrigeren Ergebnis, was zu der aktuellen Gewinnwarnung führte.