Seit 2019 sank der Kraftstoffabsatz an Tankstellen um acht Prozent

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hatte im Jahr 2025 Schwierigkeiten, die Zahlen zur Mineralölwirtschaft zeitnah zu veröffentlichen. Bislang liegen nur Daten für die ersten acht Monate des Inlandsabsatzes vor, wobei die in den einzelnen Monaten dargestellten Entwicklungen nicht immer plausibel erscheinen. Aus diesem Grund gibt es derzeit keine belastbaren Zahlen darüber, wie sich der Markt insgesamt entwickelt hat.

Laut BAFA ist der Absatz von Ottokraftstoffen in Deutschland in den ersten acht Monaten um 0,5 Prozent gesunken, während der Dieselabsatz um 1,4 Prozent gestiegen ist. Aus dem Markt ist jedoch zu hören, dass der tatsächliche Verlauf anders aussieht. Allgemein wird ein Zuwachs bei Ottokraftstoffen von rund einem Prozent sowie ein Rückgang bei Dieselkraftstoff von etwa 1,5 Prozent erwartet. Der Rückgang beim Diesel erscheint plausibel, da die Einnahmen aus der Lkw-Maut beziehungsweise die gefahrenen Kilometer der Lastkraftwagen gesunken sind. Gerade der Lkw-Verkehr bestimmt in hohem Maße den Kraftstoffabsatz.

Legt man einen Zuwachs bei Ottokraftstoffen von einem Prozent und einen Rückgang bei Diesel von 1,5 Prozent als realistische Marktentwicklung zugrunde, so lag der Tankstellenabsatz im Jahr 2025 bei rund 41,72 Milliarden Litern, nach 41,76 Milliarden Litern im Vorjahr. 48 Prozent des Dieselabsatzes entfallen auf Straßentankstellen, während die übrigen 52 Prozent über Hoftankstellen, die Schifffahrt, die Bundeswehr sowie stationäre Dieselaggregate verbraucht werden. Im Jahr 2019 lag der Absatz über Straßentankstellen noch bei 45,3 Milliarden Litern, sodass dieser in den vergangenen sechs Jahren um rund acht Prozent gesunken ist.

Für das Jahr 2026 ist mit einem weiteren Rückgang des Kraftstoffabsatzes zu rechnen. Grund dafür sind die deutlich steigenden Tankstellenpreise in Deutschland, bedingt durch die CO₂-Abgabe sowie die Verschärfung der THG-Quote. In der Folge dürfte der Tanktourismus in die Nachbarländer, insbesondere im Osten und Süden Deutschlands, spürbar zunehmen. Unter dem Strich geht diese Entwicklung für die Bundesregierung auf: Rechnerisch wird weniger Kraftstoff in Deutschland verkauft, auch wenn dieser im benachbarten Ausland getankt und anschließend im Inland verfahren wird. Da der CO₂-Ausstoß im Straßenverkehr ausschließlich anhand der Inlandsablieferungen gemessen wird, sinkt rein rechnerisch der CO₂-Ausstoß in Deutschland.