Umsatzanteil der Zigaretten in den Shops steigt durch Steuererhöhungen an
Zigaretten sollen nach den Plänen des Finanzministeriums schrittweise deutlich teurer werden. So könnte der Durchschnittspreis für eine 20er-Packung von rund 8,80 Euro im Jahr 2027 auf rund 11,40 Euro im Jahr 2030 steigen, wie die Welt berichtete. Der Steueranteil am Päckchenpreis würde sich von rund 4,40 Euro auf 5,75 Euro erhöhen. Die Verteuerung soll auch für andere gängige Tabakprodukte gelten. Laut einem Entwurf des Finanzministeriums soll das Plus für 2027 rund 756 Millionen Euro betragen, für 2028 wären es 1,6 Milliarden, für 2029 rund 2,5 Milliarden und für 2030 rund 3,6 Milliarden Euro.
In Frankreich liegt der Preis nach mehreren, kurz aufeinander erfolgten Steuererhöhungen bei rund 13 Euro, ebenso in den Niederlanden. In Australien kostet eine Packung Zigaretten umgerechnet 25 Euro und auch England kommt bei Packungspreisen von 20 Euro in den oberen Rängen vor. In den Ländern mit hohen Tabakpreisen wie Australien, Kanada und England liegt der Raucheranteil bei 10 bis 12 Prozent. Frankreich kommt bei den gelegentlichen und regelmäßigen Rauchern noch auf einen Raucheranteil von 25 Prozent, laut staatlicher Gesundheitsbehörde.
Die Rauchgewohnheiten der Deutschen haben sich in den vergangenen Jahren kaum geändert. Rund 19 Prozent greifen zumindest auch gelegentlich oder regelmäßig zur Zigarette. Diese Zahl gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 31. Mai bekannt. Mit 78,5 Prozent greifen die meisten Raucher zu Zigaretten, 9,2 Prozent bevorzugen die E-Zigarette. Männer rauchen demnach deutlich öfter als Frauen. 22,4 Prozent der Männer rauchten 2025 laut Auswertung zumindest gelegentlich. Bei den Frauen betrug der Anteil 15,8 Prozent. Unter Menschen zwischen 40 und 44 Jahren ist das Rauchen am verbreitetsten. Hier lag der Anteil im vergangenen Jahr bei 26 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auf diese folgten die 45- bis 49-Jährigen mit 25,5 Prozent. Die wenigsten Raucher gab es demnach unter den 15- bis 17-Jährigen. Hier lag der Anteil bei 5 Prozent, und bei den über 75-Jährigen bei 5,5 Prozent.
Laut dem Statistischen Bundesamt hat der Staat im Jahr 2024 durch die Tabaksteuer 14,8 Milliarden Euro eingenommen. Die Mehrwertsteuer darauf ist noch nicht enthalten. Im Jahr 2000 lag die Raucherquote noch bei 35 Prozent, sodass sich diese Zahl fast halbiert hat.
Die Tankstellen sind ein beliebter Einkaufsort für Raucher. 73 Prozent des Shopumsatzes entfallen auf Tabakwaren. One Stop Shopping – kurz anhalten und nebenher etwas zu erledigen – kommt der Tankstelle als Tabakanbieter entgegen. Tabake sorgen neben dem Tanken für eine hohe Kundenfrequenz in den Shops. An zweiter Stelle rangieren die Getränke mit einem Absatzanteil von 9,5 Prozent vor dem Bistro inklusive Kaffee mit 5,5 Prozent. Prepaidkarten kommen auf einen Anteil von 4 Prozent. Süßwaren inklusive Eis kommen auf einen Umsatzanteil von 2,5 Prozent, gefolgt von Autozubehör und Motoröl mit 2,3 Prozent. Presse- und Leseartikel stehen für 1,5 Prozent des Umsatzes. Die restlichen 1,7 Prozent verteilen sich auf Spielwaren, Blumen, Straßenkarten, Food, TKK etc. Die Absatzbedeutung der Tabakwaren am Gesamtabsatz einer Tankstelle ist infolge der stetig steigenden Tabakwarenpreise in den letzten 25 Jahren deutlich gewachsen. 1998 machten die Tabakwaren erst 47 Prozent des Shopumsatzes aus.
Tabakwaren stehen in 2025 für 40 Prozent des Ertragsanteils aller Warengruppen im Shop. Auf Getränke sowie Süßwaren inklusive Eis entfällt ein Ertragsanteil von 34 Prozent, gefolgt von Bistro und Kaffee mit einem Anteil von 18 Prozent. Diese drei Bereiche stehen für 92 Prozent der Erträge in einem Tankstellenshop. Hinzu kommen das Kraftstoff- und Waschgeschäft, die zusammen die drei Ertragssäulen einer Tankstelle bilden.